OTTO BERNHEIMER

GRUNDSCHULE

FELDAFING

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Herzog Max IV. führte mit der Schulpflichtverordnung vom 23. Dezember 1802 in Bayern die allgemeine Schulpflicht ein. Alle Kinder ab dem 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahr mussten fortan die Schule besuchen. Damit wurde die Schule aus einer überwiegend kirchlichen Einrichtung zu einer Angelegenheit des Staates. Jedes Schuljahr schloss mit einer öffentlichen Prüfung der Schüler ab. Die besten Schüler erhielten einen Buchpreis. So wollte man die Akzeptanz der Schule, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern, erhöhen, denn die Schulpflicht stieß bei vielen Familien, besonders auf dem Lande, auf erheblichen Widerstand. Die Kinder waren, vor allem während der Sommermonate, unentbehrliche Helfer. Doch auch die katholische Kirche stand nicht uneingeschränkt hinter der Schulpflicht für alle Kinder. Die Einstellung der Kirche ist aus einem Schreiben des Jahres 1773 zu ersehen: Wozu denn sollte der Bauer Lesen und Schreiben lernen! Der allmächtige Gott hat auch dem des Lesens und Schreibens unkundigen Landvolk genügsame Kräfte gegeben, das jenige begreifen zu können, was zu einer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt erforderlich ist.

Die Schulpflicht musste in der Anfangszeit oftmals durch Geldstrafen und Polizeimaßnahmen durchgesetzt werden. Die Lehrer führten sogenannte Absenten-Listen. Auch die Zeugnisse (ab 1808) setzte man zunächst als Instrument zur Durchsetzung der Schulpflicht ein. Mit welchem Nachdruck man gedachte, die Bildung in der ganzen Breite durchzusetzen, geht aus einer Verordnung vom 12. September 1803 zur Einführung der Sonn- und Feiertagsschulen hervor. Sie sollen daher weder ein Anwesen übernehmen, noch eine Heirath schließen können, wenn sie nicht den fleißigen Besuch dieser Feiertagsschulen durch gültige Zeugnisse und hinlängliche Kenntnisse sowohl im Christentum als in anderen … notwendigen Gegenständen beweisen können.