OTTO BERNHEIMER

GRUNDSCHULE

FELDAFING

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Als König Max II. für das in Feldafing geplante Schloss Grundstücke erwerben ließ, kamen Verhandlungen wegen Gründung einer Schule in Feldafing in Gang. Die ersten Anregungen hierzu kamen 1856 vom Landrichter Pitzner in Starnberg, der an den König schrieb: S. Majestät, Allerhöchst welche soviel für die Bildung der Jugend zu tun gewöhnt sind, würden durch Gründung einer Schule die Gemeinde Feldafing sicher zu Dank verpflichten, und wenn auch einzelne Glieder derselben bei der Grunderwerbung gerade keine Berücksichtigung sich verdient haben, so dürfte doch die ganze Gemeinde als solche derselben nicht unwert sein …

Auch die Gemeinde Feldafing, diesmal gut beraten, trachtete, dass jetzt der Ort eine eigene Schule mit einer geprüften Lehrkraft erhält.
Sie richtete folgendes Gesuch an den Landgerichtsvorstand: Euer Hochwohlgeboren kennen zur Genüge die körperlichen und moralischen Nachteile, welche aus dem Besuch einer Schule in fremdem Orte für die Kinder entstehen. Der Gemeinde wäre nun aber gegenwärtig die Mittel geboten, diesen Nachteil durch Errichtung einer eigenen Schule zu beseitigen, indem Joseph Anton Ritter von Maffei aus München und Anwesensbesitzer in Feldafing sich bereit erklärt hat, die Schullehrerstelle vorschriftsmäßig zu dotieren, wenn die Gemeinde die Herstellung des Schulhauses übernehme. Da aber die Gemeinde nur 4 Bauern zählt, die übrigen Gemeindeglieder fast alle Taglöhner sind, so übersteigt die Herstellung eines neuen Schulhauses ihre finanziellen Kräfte und der untertänigst unterzeichnete Pfarrer und die untertänig gehorsam unterzeichnete Gemeindeverwaltung wagen es deshalb an Euer Hochwohlgeboren die ergebenste Bitte zu stellen, beim königlichen Hofsekretariat gnädigst dahin zu wirken, saß die Gemeinde Feldafing das sogenannte Gerberhaus, welches zwar sehr ruinös, aber in der Mitte des Dorfes gelegen und zum Umbau eines Schulhauses geeignet wäre, zu überlassen, wogegen die Gemeinde für Ablösung der Gemeindelasten, welche auf den Gründen S. Majestät des Königs ruhen, und für deren Ablösung Euer Hochwohlgeboren bereits 800 Fl. geboten, sich mit 600 fl. begnügen würde …

Das Gesuch unterzeichneten Pfarrer Enzler, Gemeindevorsteher Lachner sowie die Verwaltungsmitglieder Andr. Aschner, Peter Kuglmiller und Andr. Feichtmayr.

Das Anliegen wurde am 6. Februar 1859 dem König vorgetragen, von diesem aber noch keine Entscheidung getroffen. Inzwischen hatte sich die Gutsherrschaft Possenhofen (das herzogliche Haus) bereit erklärt, zur Beheizung der Schule drei Klafter Holz zur Verfügung zu stellen.

Landrichter Pitzner wandte sich mit Schreiben vom 24. Dezember 1859 erneut an das Hofsekretariat S. Majestät und bat, der Gemeinde Feldafing das zurzeit unbenützte Gerberhaus (Haus Nr. 36) zur Errichtung einer Schule zu überlassen sowie die auf den von S. Majestät in Feldafing bereits erworbenen vier Anwesen lastenden Gemeindeumlagen und sonstigen Lasten von 600 fl. abzulösen. Der Landrichter hob die Willfährigkeit der Gutsherrschaft Possenhofen und das Entgegenkommen des Großindustriellen v. Maffei hervor. Auch habe die Gemeinde einstimmig beschlossen, die Kosten des Umbaues zu übernehmen. In einem beigefügten Brief setzte sich Reichsrat v. Maffei mit viel Wärme für die Verwirklichung des Schulhausprojektes ein.

Zur Freude der Feldafinger genehmigte am 24. Juli 1860 die königliche Regierung die Errichtung der Schule. Am 3. Oktober folgte durch das Hofsekretariat die Mitteilung an die Gemeinde, dass die Gemeindelasten in Höhe von 600 fl. abgelöst, das Haus Nr. 36 nebst Garten als Geschenk abgetreten und ein Zuschuss von 1000 fl. beigesteuert werde.

Die Gemeinde versäumte es nicht, dem König mit beglückender Huld zu danken. Nach Regelung der Aufbringung der Mittel für den Unterhalt des Lehrers und Vorliegen des Planes konnte mit den Vorbereitungen zum Bau des Schulhauses begonnen werden.

Im April 1861 lud Pfarrer Dr. Clos das Hofsekretariat für Sonntag, dem 14. April zur Grundsteinlegung ein. Bei der Feier legte man die Gründungsurkunde in das Gemäuer unter die Haustüre. Die Bauarbeiten schritten zügig voran, sodass schon am 29. September 1861 das Schulhaus eingeweiht werden konnte. Wie schon bei der Grundsteinlegung war auch bei der Einweihungsfeier Hofrat von Hofmann als Vertreter der Regierung anwesend.

Am 14. Oktober 1861 fand der erste Schulunterricht in dem neuen Gebäude statt. Auf Wunsch von Maffei erhielt der Lehrer Sebastian Selmair von der Regierung die neu eingerichtete Lehrerstelle. Er war der erste Lehrer mit einer seminaristischen Ausbildung. Die Schule zählte damals 30 Werktagsschüler (18 Knaben und 12 Mädchen) und 7 Feiertagsschüler. Die großen eisernen Buchstaben für das Wort Schulhaus an der Straßenfront hatte v. Maffei gestiftet.

Das Schulzimmer war für 56 Schüler ausgelegt. Es diente außerhalb der Unterrichtszeit auch für öffentliche Feiern, Christbescherung, dem Kirchenchor für Proben, für Gemeindeversammlungen und als Wahllokal. Dem Lehrer stand im ersten Stock eine Wohnung zur Verfügung.

Am 1. Januar 1900 trat Lehrer Ferdinand Kistler (ab 1921 Oberlehrer) aus Kirchheim bei München den Schuldienst in Feldafing an.

Die wachsende Kinderzahl, durch Zuzug von Familien, machte es erforderlich das Schulzimmer zu vergrößern. Durch Kauf eines kleinen Grundstücks konnte im Jahr 1901 an der Nordseite ein neuer Schulsaal für 80 Schüler errichtet werden. Das bisherige Schulzimmer wurde in Wohnräume für den Lehrer umgewandelt. Zur Aufbesserung seines Einkommens konnte er die Wohnung im ersten Stock an Sommergäste vermieten. Schon 1910, die Einwohnerzahl des Ortes hatte sich rasch weiter vergrößert, reichte der Schulsaal für die inzwischen auf 88 Schüler angewachsene Klassenstärke nicht mehr aus. Man war also gezwungen einen zweiten Schulsaal zu bauen, den man auf den ersten aufstockte. Während der Bauarbeiten wurde im Gemeindesaal halbtags unterrichtet. Anfang Februar 1911 konnte der Unterricht im ersten Schulsaal wieder aufgenommen werden. Am 1. Mai 1911 wurde der zweite Raum seiner Bestimmung übergeben. Im Zuge der Bauarbeiten baute man eine Wohnung für eine zweite Lehrkraft ein. Im selben Jahr konnte die Gemeinde ein angrenzendes Grundstück erwerben, das den Schülern als Spielplatz diente.

Zum 1. Mai 1911 entsandte die Regierung eine Lehrerin, Fräulein Isabella Kramer, als zweite Lehrkraft nach Feldafing.

Nach Pensionierung von Oberlehrer Kistler im Jahr 1927, versah Michael Krombacher aus Solln vom 1. Februar 1928 bis zum 1. September 1934 die Lehrerstelle. Am 1. Dezember 1934 übernahm Benedikt Fritz aus Freising als Schulleiter die Feldafinger Schule.

Seit Juni 1937 ist die Feldafinger Volksschule deutsche Gemeinschaftsschule. (Kistler, S. 478)